Über die Arbeit von Silke Thal

Ruppiner Anzeiger, 6. Montag 2017:

"...Im Kavalierhaus präsentierte die Künstlerin Silke Thal zur Langen Nacht der Künste ihre Arbeiten, die während der Kammeroper-Aufführungen entstanden. Spontane, "klingende Bilder", die von dem Gesang und dem Spiel der Darsteller inspiriert wurden und am Sonnabend viele interessierte Besucher anlockten. ..."

Frank Matthus - Kammeroper Schloss Rheinsberg :

Silke Thal hat im Sommer während der Saison der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2016 alle unsere Produktionen gemalt. Diese wunderbare Idee ist von ihr selbst gekommen, begründet in der Inspiration, die sie bekommt beim Live-Hören von Musik. Wir mussten also seitens der Kammeroper nur die Türen und Tore öffnen; was auch in Anbetracht der gewinnenden Persönlichkeit von Silke Thal auch in dieser Hinsicht eine Bereicherung für unsere Produktionen war.

Entstanden sind zauberhafte Bilder, denen man das „Klingen“ ansieht. In einer Ausstellung zur LANGEN NACHT DER KÜNSTE im November 16 konnten wir und unser staunendes Publikum sich davon überzeugen, was die Kammeroper mit ihrer Musik bei Silke Thal inspiriert hat. Von Keith Jarrett stammt der Ausdruck, dass er diejenigen Momente als seine begnadetsten empfindet, wo er nicht mehr das Gefühl hat, selbst zu spielen, sondern vielmehr gespielt zu werden. ES spielt ihn. Ähnlich beschreibt es Silke Thal, wenn sie meint, der Pinsel in ihrer Hand würde sich verselbstständigen. Hier nun kann ich mir gut vorstellen, dass eine im Moment erlebte Opernaufführung mit Bild und Musik wie ein Katalysator auf den künstlerischen Vorgang des Malens wirkt. Und das sehe ich auch in ihren Bildern.

Bleibt, uns herzlich bei Silke Thal für einen gemeinsam erlebten Sommer zu bedanken – und die Hoffnung, diese Symbiose von Bild und Ton auch in den nächsten Jahren fortleben zu können.

 

Frank Matthus
Künstlerischer Direktor Kammeroper Schloss Rheinsberg
November 2016

"Liebesbilder" in der Galerie Leipziger Schule : 

Ein Gruß von einem Künstler, der die Farben liebt...M.Scanio, 2015 :

Eine Reise auf die Insel La Gomera:

Die Künstlerin Silke Thal vermittelt mit ihren warmen Farbklängen und dem lasierten Farbauftrag den Eindruck, als würde sie das Papier streicheln und ihre Gefühle wiedergeben.

Diese Malerin ist in der Lage, sichtbare Materie in bezaubernde Ansichten zu transformieren, schafft feinfühlend angenehme Interpretationen. In ihrer eigenen Farbigkeit modelliert sie die Insel La Gomera mit Farbnuancen und Linien in einer Weise, die dem aufmerksamen Betrachter eine Tür offen lässt, um das nachempfinden zu können, was die Künstlerin in dem Moment erlebt hat.

Silke ist fähig, mit dieser Zartheit raue Felsen, das Meer sowie den Himmel Gomeras auszudrücken.

Ich glaube, es ist ihr gelungen, Farbtöne zu spüren und wiederzugeben, wie es nur wenige schaffen würden – eine schöne Gelegenheit für diejenigen, die Bewunderer solch zarter Kunst sind.

In Hoffnung und Erwartung, diese Künstlerin bei anderen Abenteuern wiederzusehen.....

Von Marlies Schnaibel, Journalistin, 2004:

"Die Stimmen des Sandes, die Gesten des Windes - Silke Thal hat sie eingefangen in ihren Arbeiten, in denen sie sich immer wieder mit der Natur auseinandersetzt. ...
Leise und laut, zart und kräftig, bunt und dezent - das sind für Silke Thal keine Gegensätze, das sind Zustände, in die sie beim Malen abtaucht. Das zeigt sie auch bei ihrer aktuellen Serie mit Neuruppiner Motiven, in deren reduzierten Tuschezeichnungen sie einmal mehr zum genauen Hinschauen anregen will."

Günter Rieger, Verleger, 2004:

"Die Zartheit der Empfindung korrespondiert mit der Zerbrechlichkeit der Lebenswirklichkeit; die Skizzenhaftigkeit und zarte Linearität vieler Blätter verstärken das Zerstörungspotential von Umwelt und Gesellschaft."

Von Dr. Sybille Badstübner-Gröger, Kunstwissenschaftlerin, 2002:

"Ich habe mich beim ersten Blick auf diese Pinselzeichnungen von Silke Thal, die zwischen einer bewußt (?) kindlich ungelenken Zeichnung einerseits und traditionellen oder frei erfundenen urgeschichtlich-mythologischen Elementarzeichen andererseits angesiedelt sind, an Joseph Beuys hingeworfene Chiffren- Zeichnungen erinnert gefühlt, in denen er das Erkennen aus dem Erleben zusammengefaßt hat, um Grundbefindlichkeiten des Seins zu fixieren.

...Es waren...1994 grosse Papierrollen, auf denen zeichenhafte Einzelgestalten von Frauen in Bewegung oder Strichfiguren in der Art Pencks die Flächen bevölkerten, um 'Zwischenzeiten' und andersgeartete kosmische Welten zu evozieren. ...
In den Mutter-Kind-Gruppen wird zupackende Inbesitznahme, das Beschützen und Insichruhen...wird Staunen, Erschütterung und die Begrenztheit der Welt des Erwachsenen gegenüber von Kostbarkeit und Zartheit des Kindlichen verdeutlicht."

Eigene Worte zur Arbeitsweise:

Warum es so viel freigelassene Bildflächen in meinen Arbeiten gibt? -

Weil ich den leeren Raum mindestens ganauso wertschätze wie das Gemalte selbst. Ohne Leere keinen Strich. Die Farbe taucht aus einem Impuls auf und ist die Idee zur Form geworden bricht sie auch schon wieder ab - ohne Schmuck und Überfluss. Das Knappe soll genügen und neben sich Freiraum lassen für das Nichts. Aus diesem kann neues entstehen.

SiLKE THAL